FHIR Server in der EMIL Plattform

Entgegen erster Schätzungen wird der FHIR-Server schon im Juni 2026 als Teil der EMMA-Funktionserweiterung für alle EMIL-Plattformsysteme ohne Zusatzkosten verfügbar sein. 

Die erste Ausbaustufe des nahtlos in die EMIL-Plattform integrierten FHIR-Servers steht. Es lassen sich beliebig viele Clients definieren, die über OAuth2 - das Standard-Authentifizierungsverfahren in der FHIR-Welt - per Secret zugelassen werden. Die erste Testsuite hat der Server bereits erfolgreich absolviert. Wir bauen auf den hier aktuellen Standard R4 auf und nutzen JSON für die Datenrepräsentation wie die meisten Implementierungen. Details zu FHIR finden sich hier und hier. Er wird das EMIL-API ablösen und ist Bestandteil des Zusatzmoduls EMMA.

Zur Maximierung der Sicherheit lässt sich bereits bei der Zulassung eines Clients festlegen, dass dieser ausschließlich Patienten einer bestimmten Studie und nur mit vorliegendem Consent abfragen darf. So wird die unautorisierte Ausleitung von Daten schon an der Quelle wirksam unterbunden.

Auch der Rückweg - der Push auf den Server, über den Daten von außen eingebracht werden können - ist für die erste Ausbaustufe implementiert. Wie bei der Abfrage wird bereits bei der Zulassung von Clients festgelegt, ob und welche Items und Questionnaires dieser überhaupt liefern darf - so lässt sich eine unerwünschte Dateneinleitung ebenfalls wirksam verhindern. Quelle und Zeitstempel von auf diesem Weg empfangenen Daten finden sich selbstverständlich im Audittrail.

Dokumentation und Kodierung der Items sind im Capability Statement sowie in den zugehörigen FHIR-CodeableConcepts beschrieben. Eine stringente Kodierung nach SNOMED und LOINC haben wir bewusst noch nicht implementiert: Für bestehende Systeme wäre dies extrem aufwändig und auch die Partnersysteme, die wir mit dem neuen Server zunächst adressieren, arbeiten noch nicht mit diesen Kodierungssystemen. Da es für Questionnaires zudem nahezu keine Standardrepräsentationen in FHIR gibt, werden auch diese im EMIL-Plattform-Coding der Subitems dargestellt. Dieses Coding ist über die Dictionary-Dokumentation sowohl für integrierte als auch für selbst erstellte Formulare verfügbar - worauf in der elektronischen Dokumentation des FHIR-Servers entsprechend hingewiesen wird.

Künftig neu entwickelte Schnittstellen werden wir ab sofort konsequent auf Basis der FHIR-Kodierungen aufbauen, etwa wenn wir aktiv Daten an ein (REST-)API liefern. Da zwischen der EMIL-Plattform und angedockten Systemen in aller Regel mehr oder minder starke semantische Unterschiede bestehen, ist dies ein faires und ökonomisches "Treffen in der Mitte": Jede Seite kümmert sich darum, die eigene Semantik in die standardisierte FHIR-Semantik und -Systematik zu überführen bzw. aus dieser abzuleiten.

FELIX, unsere Klinikschnittstelle, statten wir bis Jahresende ebenalls mit FHIR-Client-Kanälen aus, die sich - wie die HL7-2.x-Kanäle - vollständig per Skript an individuelle Anforderungen anpassen lassen. Das ist allerdings ein separates Projekt, da derzeit noch keine Klinik auf diesen Kanälen FHIR spricht. Wir wollen aber vorbereitet sein.