LISA - der Laborbereich (+)

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LISA - der Laborbereich (+)

LISA (Laboratory Information System & Analysis) ist der Teil des Bioprobenmoduls, der alles abbildet, was nach dem Eingang einer Probe im Labor geschieht: Annahme, Aliquotierung, Einlagerung, Verwertung, Selektion und Reservierung für Forschungsprojekte. LISA ist eine eigene Funktionserweiterung und braucht eine eigene Lizenz. Ohne sie endet der Prozess in der Akte beim Status „Gedruckt/in Arbeit".

Der Gedanke hinter LISA ist die saubere Trennung zweier Welten, die dieselbe Datenbasis nutzen: die Ambulanz dokumentiert am Patienten, das Labor arbeitet an den Proben. Beide sehen dieselben Proben – aber nicht zwingend dieselben Daten.

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Zwei Betriebsarten

1. Als Bereich innerhalb der normalen Anwendung. Sie rufen den Laborbereich über das Menü Management, Schaltfläche BioLabor, auf. Dafür ist das Recht Bioproben: Probenverwaltung nötig; ohne dieses Recht erscheint die Schaltfläche gar nicht. Wer so arbeitet, hat auch die Akten und kann von einer Probe aus über Zum Patienten … direkt dorthin springen. Das ist der Regelfall für Einrichtungen, in denen Ambulanz und Labor dieselbe Mannschaft sind.

2. Als eigenständige Anwendung für das Forschungslabor. Über besondere Systemrollen entsteht ein Zugang, der ausschließlich den Laborbereich kennt. Es gibt dort keine Patientenakte, keine Patientensuche, keinen Kalender und keinen Weg dorthin – nach der Anmeldung steht der Anwender unmittelbar im Laborbereich. Die Punkte „Zum Patienten" fehlen; an ihre Stelle tritt die Probeninfo mit den ausdrücklich freigegebenen Daten. So kann ein externes oder organisatorisch getrenntes Forschungslabor mit denselben Probendaten arbeiten wie die Ambulanz, ohne je personenbezogene Daten zu sehen.

Beide Betriebsarten schließen sich nicht aus – sie können in derselben Installation nebeneinander bestehen.

Wer darf was?

Für einen reinen Laborzugang, also eine Kennung ganz ohne Patientenakten, vergeben Sie in der Benutzerverwaltung ausschließlich eine der beiden Systemrollen Nur LISA oder Nur LISA (Admin) – und sonst keine weitere Rolle. Sobald eine gewöhnliche Rolle hinzukommt, ist der Benutzer für das System ein regulärer Anwender und eben kein reiner Laborzugang mehr.

Der Unterschied zwischen den beiden Systemrollen ist allein die Konfiguration: nur die Administrator-Variante darf die Listen der Materialien, Transportmedien, Lagerorte, Begründungen und Reservierungsgründe pflegen – und nur sie darf fremde Reservierungen aufheben. Das ist in einer reinen LISA-Installation wichtig, weil es dort keinen Systemadministrator gibt und geben kann.

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Mitarbeitende, die sowohl in Akten als auch im Labor arbeiten, brauchen keine Systemrolle. Für sie genügen zwei Rechte in einer gewöhnlichen Rolle: Bioproben: Probenverwaltung öffnet den Laborbereich, Bioproben: Listen konfigurieren, fremde Reservierungen aufheben gibt zusätzlich die Konfiguration frei.

Innerhalb des Laborbereichs gibt es darüber hinaus bewusst keine Einzelrechte: wer ihn öffnen darf, darf dort auch arbeiten. Was möglich ist, ergibt sich aus dem Zustand der Probe, nicht aus der Rechtevergabe. Zwei Ausnahmen bestätigen die Regel: die eben genannte Konfiguration, und das Aufheben einer Reservierung, das nur derjenigen Person offensteht, die sie angelegt hat, sowie zusätzlich dem Systemadministrator und dem Inhaber des Konfigurationsrechts.

Aufbau des Bereichs

Links steht ein Baum, der die Proben nach ihrem Status gliedert und darunter jeweils nach Probenart. Die Zweige sind:

Gedruckt/in Arbeit – Etikett gedruckt, Röhrchen unterwegs, aber noch nicht angekommen. Das Labor sieht eine Probe ab dem Etikettendruck; noch nicht gedruckte Proben sind Sache der Akte und stehen hier nicht.

Angenommen – der Laboreingang ist quittiert.

Selektionen – der Arbeitsplatz für Abfrage und Reservierung, siehe Selektion und Reservierung. Der Zweig steht bewusst weit oben, weil das Selektieren die häufigste Arbeit im Labor ist.

Eingelagert, Aufgebraucht, Weitergegeben – die weiteren Stationen. Für das Aliquotieren gibt es keinen eigenen Status: die Aliquots hängen an ihrer Hauptprobe, und die bleibt dort, wo sie war.

Reserviert – alle Proben, die für ein Projekt festgehalten sind. Die letzte Spalte heißt hier „Reserviert für" und nennt Grund und Urheber.

Fachlich gesperrt, Archiviert und Vernichtet – der aus dem Bestand genommene Teil, jeweils mit Begründung.

Diese drei letzten Zweige sind abschließend: Eine archivierte, gesperrte oder vernichtete Probe steht ausschließlich dort und in keinem anderen Zweig mehr, auch nicht unter „Reserviert". Was aus dem Bestand ist, soll in den Arbeitslisten nicht mehr auftauchen. Was das für laufende Projekte bedeutet, steht unter Selektion und Reservierung.

Rechts steht die Probenliste. Anders als in der Akte zeigt sie alle Patienten und auch die Aliquots: Aliquots erscheinen als aufklappbare Untereinträge ihrer Hauptprobe. Eine ganz vorne stehende Spalte zeigt mit einem Schloss an, dass eine Probe reserviert ist; Aliquots erben die Reservierung ihrer Hauptprobe.

Die Zuständigkeitsgrenze

Die Trennung zwischen Akte und Labor wirkt in beide Richtungen und ist keine Frage der Rechtevergabe, sondern eine Eigenschaft des Bereichs:

Solange eine Probe noch nicht angekommen ist, lässt sich im Laborbereich nichts an ihr tun. Es gibt dort nur Ansehen, Probeninfo und Audit-Trail; Drucken, Aliquotieren, Reservieren, Archivieren, Vernichten und das Status-Untermenü sind ausgeblendet. Die Annahme läuft ausschließlich über den Eingangsscan, damit wirklich am Röhrchen quittiert wird.

Ab dem Laboreingang ist die Probe umgekehrt in der Akte gesperrt. Im Laborbereich sind dann die Angaben zur Abnahme – Zeitpunkt, Material, Transportmedium, Abnahmestelle – schreibgeschützt: sie gehören dem, der abgenommen hat. Änderbar bleiben Lagerort, Restmenge, Auftau-Zyklen, Studie, Hinweise und die freien Etikettfelder.

Löschen gibt es im Labor nicht – das ist Sache der Akte und nur vor dem Etikettendruck möglich.