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Mit EMMA zeigt EMIL Bilder aus einem PACS (Picture Archiving and Communication System) direkt im Patientenkontext an. Die Bilder bleiben im PACS und werden bei Bedarf abgerufen; EMIL speichert keine Bilddatei.
Als Schnittstelle dient DICOMweb, der webbasierte Teil des DICOM-Standards: QIDO-RS sucht die Untersuchungen eines Patienten, WADO-RS ruft die Bilder als anzeigefertige Grafik ab. Beides läuft über gewöhnliche HTTP-Aufrufe, eine spezielle DICOM-Netzwerkinfrastruktur ist nicht nötig.
Die Verbindung richten Sie unter Administration | Schnittstellen | PACS via DICOMWeb ein (nur mit EMMA sichtbar). Aktivieren Sie dort PACS-Schnittstelle aktivieren und tragen Sie die folgenden Einstellungen ein:
Einstellung |
Bedeutung |
DICOMweb-Endpunkt |
Adresse des DICOMweb-Endpunkts des PACS, zum Beispiel http://server:8042/dicom-web. |
Anmeldeverfahren |
none (keine Anmeldung), basic (Benutzer/Kennwort), bearer (Bearer-Token), token-header (frei benannter Token als HTTP-Header, Vorgabe „Authorization“) oder token-arg (Token als Adressparameter, Vorgabe „token“). Welches Verfahren nötig ist, hängt vom PACS oder einem vorgeschalteten Zugangssystem ab. |
Zugangsdaten |
Je nach Verfahren Benutzer und Kennwort, Token bzw. Parametername und Inhalt. |
PID-Namensraum |
Optionaler Namensraum (Issuer), der die PID eindeutig macht. Bleibt das Feld leer, wird kein Namensraum mitgesendet. |
Thumbnail-Strategie |
rendered (gerendertes Bild, Standard) oder thumbnail (Thumbnail-Ressource), siehe Vorschaubilder. |
HTTP-Timeout je Anfrage |
Maximale Wartezeit je Abruf in Millisekunden (Vorgabe 10000), danach wird abgebrochen. |
Die Bildansicht erscheint danach in der Patientenakte als Eintrag PACS im Navigationsbaum, bei den Einträgen Bilder, Scans und Anlagen. Voraussetzung: Die Schnittstelle ist aktiv, ein Endpunkt ist eingetragen und der Anwender hat ein Recht für Bilder (anzeigen/drucken/exportieren, hinzufügen/ändern oder löschen).
EMIL sucht im PACS über die PID aus dem Klinik-Informationssystem (KIS-Ident). Eindeutig ist eine PID im DICOM-Umfeld nur zusammen mit ihrem Namensraum (Issuer), denn dieselbe Nummer kann in verschiedenen Quellsystemen verschiedene Patienten bezeichnen. Ist der Namensraum im Haus bekannt, tragen Sie ihn deshalb ein.
In Häusern mit mehreren Quellsystemen kann ein Patient im PACS unter mehreren Identifikatoren geführt werden (z. B. Altdaten aus einer Migration oder ein Patientenindex (MPI), der mehrere lokale Nummern zusammenführt). Dann findet die Suche über die aktuelle KIS-PID nicht zwingend alle Untersuchungen. Stimmen Sie das bei der Einrichtung mit der IT des Hauses ab.
Die Fallnummer (AccessionNumber) wird nicht genutzt, weil sie nicht zu jedem Fall vorliegt.
1.EMIL fragt das PACS nach allen Untersuchungen (Studies) zur PID des Patienten.
2.Zu jeder Untersuchung ermittelt EMIL die Bildserien.
3.Je Serie ruft EMIL ein vom PACS verkleinertes Vorschaubild (Thumbnail) ab und zeigt es als Kachel. So bleibt die Übersicht auch bei vielen Untersuchungen schnell.
4.Wählt der Anwender eine Kachel, lädt EMIL das Bild in voller Auflösung nach.
Die Bilder werden als JPEG geliefert. Die Größe der Vorschaubilder ist intern festgelegt; das PACS skaliert entsprechend. Zwei Verfahren stehen zur Wahl:
Verfahren |
Beschreibung |
Gerendertes Bild (Standard) |
EMIL fordert ein bestimmtes Bild in der gewünschten Größe an. Praktisch alle PACS mit DICOMweb unterstützen das. |
Thumbnail-Ressource |
Das PACS wählt selbst ein repräsentatives Bild je Serie und liefert es verkleinert. Sparsamer, aber nicht in jedem PACS verfügbar. Fehlt die Ressource, fällt EMIL automatisch auf das gerenderte Bild zurück. |
System |
Einordnung |
DICOMweb |
Vorschau über gerendertes Bild |
Thumbnail-Ressource |
Orthanc |
Schlanker Open-Source-DICOM-Server, hier als Referenz- und Testsystem genutzt. |
ja |
ja |
ja |
dcm4chee |
Verbreitetstes Open-Source-PACS/VNA, enterprise-tauglich. |
ja |
ja |
ja |
Kommerzielle PACS (Sectra, GE, Siemens, Agfa, Visage, Dedalus u. a.) |
Im deutschen Klinikalltag dominierende Gruppe. |
meist ja |
variiert |
variiert |
Wichtig: Entscheidend ist, ob die konkrete PACS-Installation DICOMweb aktiviert hat und welches Anmeldeverfahren vorgeschaltet ist. Bei kommerziellen Systemen ist DICOMweb teils lizenzpflichtig oder muss erst freigeschaltet werden. Klären Sie beides vor der Einrichtung mit dem PACS-Betreiber.
Bietet ein älteres PACS nur das klassische DICOM-Netzwerkprotokoll, kann der kostenfreie DICOM-Server Orthanc als zusätzlicher Dienst DICOMweb bereitstellen, ohne das PACS umzubauen. Orthanc meldet sich im Bildnetz wie ein normales DICOM-Gerät am PACS an und stellt dieselben Bilder nach außen per DICOMweb bereit. In EMIL tragen Sie dann die Adresse des Orthanc-Dienstes als Endpunkt ein. Die Einrichtung (Orthanc als Gerät im PACS zulassen, Bildabruf freischalten) übernimmt einmalig die IT des Hauses in Abstimmung mit dem PACS-Betreiber.
Situation |
Verhalten von EMIL |
Keine Untersuchungen zur PID gefunden |
EMIL zeigt an, dass keine Bilder vorliegen. Ist das unerwartet, prüfen Sie, ob die PID im PACS unter demselben Namensraum geführt wird. |
Anmeldung am PACS schlägt fehl |
EMIL meldet ein Anmeldeproblem. Prüfen Sie Anmeldeverfahren und Zugangsdaten. |
PACS unterstützt das gewählte Vorschauverfahren nicht |
EMIL weicht automatisch auf das gerenderte Bild aus bzw. lädt das Bild in Originalgröße und verkleinert es bei der Anzeige. |
Zeitlimit überschritten |
Der Abruf wird abgebrochen und kann wiederholt werden. Bei sehr vielen Untersuchungen kann es helfen, die Anzahl der gleichzeitig geladenen Vorschaubilder zu begrenzen. |