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Für jeden Studienvisit (Bogen) einer selbst angelegten Studie legen Sie fest, was dokumentiert sein muss und wann der Bogen erwartet wird. Beides finden Sie auf der Visitseite: oben die Bogenparameter, darunter den Regeleditor.
Fest ausgelieferte Studien und Versorgungsverträge (Nummer unter 5000) werden zentral gepflegt. Ihre Visits werden im Baum nicht angezeigt und ihr Regelwerk lässt sich nicht ändern - es kommt mit dem Programmupdate.
Eine Studie, für die kein Regelwerk und keine Bogenparameter hinterlegt sind, wird gar nicht geprüft. Alle Teilnehmer bleiben dann ohne Ampelstatus.
Eine Regel besteht aus zwei Blöcken, die im Baum untereinander stehen:
•Filter - die Vorfrage: Gilt diese Regel für diesen Patienten überhaupt? Trifft der Filter nicht zu, wird die Regel übersprungen und beanstandet nichts. Typisch ist ein Filter auf die Diagnose: eine Regel für Spondyloarthritis soll bei einem Rheumapatienten nicht anschlagen.
•Prüfungen - die eigentliche Forderung: Was muss dokumentiert sein? Jede Prüfung nennt ein Feld und was damit sein soll.
Beide Blöcke tragen eine Verknüpfung, die Sie über das Kontextmenü der Blocküberschrift umstellen:
•Eine muss zutreffen (ODER) - bei den Prüfungen heißt das: eines der genannten Felder reicht. Wird die Regel trotzdem verletzt, markiert EMIL alle beteiligten Felder, auch die bereits ausgefüllten. Das ist Absicht: das Programm kann nicht wissen, welchen der angebotenen Wege Sie gehen wollen.
•Alle müssen zutreffen (UND) - jedes genannte Feld wird einzeln gebraucht.
Ein leerer Filterblock bedeutet: die Regel gilt immer.
Der Schweregrad steht in der Regelüberschrift und wird über deren Kontextmenü gesetzt. Er entscheidet, wie die Akte markiert wird und ob der Datensatz exportiert werden darf:
Schweregrad |
Bedeutung |
Export |
STOP |
Rote Aktenmarkierung. Die Angabe ist für die Teilnahme zwingend - fehlt sie, wird der Patient nicht exportiert. Das ist der Regelfall für Pflichtangaben eines Vertrages. |
Nein |
ROT |
Rote Aktenmarkierung, der Datensatz wird aber trotzdem exportiert. Für Angaben, die Sie deutlich anmahnen wollen, ohne die Übermittlung zu blockieren. |
Ja |
ORANGE |
Orange Aktenmarkierung. Erwünschte, aber nicht zwingende Angaben. |
Ja |
BLAU |
Keine Aktenmarkierung. Der Hinweis erscheint nur im Vollständigkeitsbericht. |
Ja |
Trifft an einem Feld mehr als eine Regel zu, gewinnt die härtere Stufe.
Jede Prüfung und jeder Filter besteht aus vier Angaben:
Feld |
Das Item aus dem Datenwörterbuch. Ist es auf Ihrem System nicht definiert oder wurde es gelöscht, bleibt es in der Regel stehen und wird als ungültig gekennzeichnet - so gehen Regeln beim Bearbeiten nicht verloren. |
Unterfeld |
Nur bei Bögen und Formularen: das einzelne Element daraus, etwa ein Ankreuzfeld. Ohne Unterfeld gilt die Prüfung für den Bogen als Ganzes. |
Operator |
Was mit dem Wert sein soll - siehe die folgende Tabelle. |
Toleranz |
Wie viele Tage der Wert vom Visitdatum entfernt liegen darf. Die Angabe wirkt in beide Richtungen; der nächstgelegene Wert gewinnt. Ein Laborwert vom Vortag zählt also mit, wenn Sie hier 1 oder mehr eintragen. Bei Studien ohne explizite Visits wird die Toleranz nicht ausgewertet, dort zählt der ganze Zeitraum. |
Rechenbarkeit |
Nur bei Zahlen-, Datums- und Rechenfeldern. Voreingestellt ist nur rechenbare Werte: ein Eintrag zählt erst dann als vorhanden, wenn sich daraus ein Zahlenwert ermitteln lässt. Ein CRP, das als <3 erfasst wurde, gilt damit als nicht dokumentiert und wird angemahnt. Schalten Sie auf auch nicht rechenbare Werte, wenn schon der Eintrag als solcher genügen soll - typisch für Laborwerte, die unterhalb der Nachweisgrenze liegen. |
Zur Verfügung stehen diese Operatoren:
Operator |
Bedeutung |
ist dokumentiert |
Es muss überhaupt ein Wert da sein. Bei berechneten Feldern gilt ein nicht ermittelbarer Wert als nicht dokumentiert. |
enthält eins von / enthält keins von |
Mehrere Vergleichswerte werden mit Semikolon getrennt. Bei Auswahllisten wird der Code verglichen, sonst der angezeigte Wert. |
beginnt mit einem von / beginnt nicht mit einem von |
Für Schlüssel mit Hierarchie. So trifft M05 auch auf M05.30 zu. |
größer oder gleich / kleiner oder gleich |
Zahlenvergleich. Ein nicht als Zahl lesbarer Inhalt gilt als nicht erfüllt. |
Regex matcht / matcht nicht |
Regulärer Ausdruck für alles, was sich anders nicht ausdrücken lässt. Der Editor prüft die Schreibweise und erklärt den Ausdruck in Worten. |
Meldung |
Kein Operator, sondern der Text, der am beanstandeten Feld erscheint. Ohne eigenen Text setzt EMIL einen Standardtext ein. Ein eigener Text lohnt sich besonders bei ODER-Gruppen, weil dort auch ausgefüllte Felder markiert werden und der Anwender sonst nicht erkennt, was er tun soll. |
Über dem Regeleditor legen Sie fest, wann und wie oft der Bogen erwartet wird. Ein leeres Feld heißt immer keine Einschränkung.
Angabe |
Bedeutung |
Zeitraster |
In welchem Takt der Bogen erwartet wird: Monat, Quartal, Halbjahr, Jahr oder zwei Jahre. Ohne Zeitraster gibt es keine Wiederholungsprüfung. |
max. je Zeitraum |
Wie oft der Bogen in einem Zeitraum vorkommen darf. 0 bedeutet: in diesem Zeitraum gar nicht. |
Zeiträume max. |
Über wie viele Zeiträume ab Einschreibung der Bogen überhaupt erwartet wird. Danach fällt der Teilnehmer aus der Prüfung; die Teilnahmedauer ist erreicht. |
Reihenfolge |
Position in der Visitkette (1, 2, 3 ...). EMIL beanstandet Visits, die in falscher Reihenfolge dokumentiert sind. Ohne Angabe gibt es keine feste Reihenfolge. |
Abstand zum Startvisit |
Frühestens und spätestens wie viele Tage nach dem Startvisit dieser Bogen liegen darf. |
Dies ist der Startvisit |
Markiert den Bogen, auf den sich die Abstände der anderen beziehen. Ohne Startvisit wird kein Abstand geprüft. |
Nur einmal je Patient |
Der Bogen darf im gesamten Studienverlauf nur ein einziges Mal vorkommen - etwa eine Einschluss- oder Abschlussuntersuchung. |
Optionaler Bogen |
Der Bogen darf vorkommen, muss aber nicht. Sein Fehlen wird nicht beanstandet. |
Fehlen nur vermerken |
Ein fehlender Bogen erscheint im Vollständigkeitsbericht, setzt den Ampelstatus der Akte aber nicht herab. |
Zwei Angaben gelten für die ganze Studie und stehen deshalb auf der Studienseite:
Angabe |
Bedeutung |
Prüfumfang |
Welcher Ausschnitt der Akte geprüft wird. Bei Studien ohne explizite Visits sind Quartal und Jahr das Zeitraster, in dem der Bogen erwartet wird. Bei Studien mit expliziten Visits begrenzen sie den Zeitraum: geprüft werden dann nur Studienvisits, die im laufenden Quartal beziehungsweise im laufenden Jahr liegen. Alternativ wählen Sie dort, wie viele der zuletzt zugeordneten Studienvisits geprüft werden - oder alle. |
Unabhängig vom Prüfumfang gilt: die Prüfung der Visitkette - Reihenfolge, Abstände, doppelte Bögen - rechnet immer über alle zugeordneten Visits, und Regeln auf Stammdaten hängen ohnehin nicht an einem Termin. Der Prüfumfang begrenzt nur, an welchen Terminen die Feldregeln laufen. |
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Rückschau |
Wie weit EMIL beim Prüfen fehlender Studienvisits in die Vergangenheit schaut. Leer heißt: über den ganzen bisherigen Verlauf. 0 heißt: nur der aktuelle Zeitraum. Das begrenzt Beanstandungen aus einer Zeit, in der der Vertrag noch gar nicht lief. |
Ob eine Studie mit expliziten Visits arbeitet, legen Sie beim Anlegen fest. Mit expliziten Visits müssen Sie jeden Studienvisit im Verlauf über den Visitgrund markieren; ohne sie sucht EMIL die Werte selbständig im jeweiligen Zeitraum.
Eine Zusammenfassung des hinterlegten Regelwerks in Klartext erhalten Sie über das Kontextmenü im Studiengitter, Eintrag Hinterlegte Plausibilitätsregeln. Weitere Hinweise zur Auswertung finden Sie unter Plausibilitätsprüfungen.