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Der Reiter Barcode-Scanner in den lokalen Einstellungen (Menü Management|Einstellungen) richtet den Handscanner dieses Arbeitsplatzes ein. Die Einstellungen gelten nur für diesen PC, denn der Scanner hängt am Arbeitsplatz und nicht an der Einrichtung.
Der Scanner wird an mehreren Stellen benutzt, unter anderem beim Probeneingang, in der Probensuche und beim Einlesen des Bundeseinheitlichen Medikationsplans. Deshalb steht er hier bei den Geräteeinstellungen des Arbeitsplatzes und nicht in einem einzelnen Fachmodul.
Ein Handscanner kann auf zwei Wegen mit dem PC sprechen.
Tastaturmodus. So arbeitet praktisch jeder Scanner ab Werk: er meldet sich am PC als zweite Tastatur an und tippt den gelesenen Code in das Feld, das gerade den Eingabefokus hat, abgeschlossen mit RETURN. Das funktioniert ohne jede Einrichtung und ist deshalb die Vorgabe.
USB-COM-Modus (auch VCP für virtueller COM-Port). Der Scanner meldet sich als serielle Schnittstelle an und schickt Zeichen statt Tastendrücke. Das ist der zuverlässigere Weg, weil drei Fehlerquellen des Tastaturmodus wegfallen:
•Das Windows-Tastaturlayout entscheidet nicht mehr über das Ergebnis. Im Tastaturmodus kann aus einem | ein < werden, wenn die AltGr-Taste unterwegs verlorengeht.
•Bei hoher Sendegeschwindigkeit verschluckt Windows gelegentlich die Umschalttaste, aus M45 wird dann m45. Auch das entfällt.
•Der Code landet nicht mehr in dem Feld, das zufällig den Fokus hat, sondern immer im richtigen Dialog. Ein Klick ins Eingabefeld vor dem Scannen ist dann nicht mehr nötig.
Wichtig: der Tastaturmodus wird nie abgeschaltet. Er bleibt in jeder Betriebsart als Rückfallebene bestehen und ist zugleich der Weg, einen Code von Hand einzutippen. Der USB-COM-Modus ist reine Zugabe. Wenn er nicht zustande kommt, arbeitet das Programm wie zuvor weiter.
Das ist der Punkt, an dem die Einrichtung erfahrungsgemäß hängenbleibt, und er lässt sich durch keine Software abnehmen: solange der Scanner als Tastatur arbeitet, taucht er gar nicht als serielle Schnittstelle auf. Für jedes Programm ist er dann von einer echten Tastatur nicht zu unterscheiden. Zwei Schritte sind nötig:
1.Treiber installieren. Für den virtuellen COM-Port braucht Windows in aller Regel einen Treiber des Scanner-Herstellers. Er ist nicht Teil von Windows und wird auch nicht mit diesem Programm ausgeliefert, sondern beim Hersteller heruntergeladen (die Suchbegriffe lauten meist VCP driver, USB CDC driver oder USB Serial driver) und dort nach Anleitung installiert. Danach ist ein Neustart des Rechners empfehlenswert.
2.Scanner umstellen. Die Betriebsart des Geräts wird nicht am PC eingestellt, sondern durch das Scannen eines Konfigurationsbarcodes aus dem Handbuch des Herstellers. Gesucht ist der Barcode für USB COM, USB CDC, USB Serial oder VCP. Der Barcode für USB HID Keyboard stellt wieder auf den Tastaturmodus zurück.
Ob es geklappt hat, sehen Sie im Windows-Gerätemanager: der Scanner steht dann unter Anschlüsse (COM & LPT) mit einer COM-Nummer. Vorher steht er unter Tastaturen oder Eingabegeräte.
Betriebsart. Die Vorgabe ist Automatisch erkennen. Das Programm sucht dann im Hintergrund selbst nach einem passenden Gerät, sobald ein Dialog geöffnet wird, der Scans entgegennimmt. Es fasst dabei nur Schnittstellen an, die sich über ihre USB-Kennung oder ihren Gerätenamen als Scanner zu erkennen geben – eine Praxiswaage, ein Kartenterminal oder ein Modem am COM-Port bleiben unberührt.
Hat Ihr Gerät eine Kennung, die nichts über den Hersteller verrät, findet die Automatik zu Recht nichts. Wählen Sie dann Fester Anschluss und tragen Sie den Port ein. Nur Tastatur schaltet die serielle Suche ganz ab; das Programm fasst dann keine Schnittstelle an.
Anschluss. Die COM-Schnittstelle des Scanners, zum Beispiel COM3. Die Liste zeigt die Schnittstellen, die Windows gerade meldet, mit ihrem Gerätenamen. Das Feld ist nur bei Fester Anschluss bedienbar; bei Automatisch erkennen bleibt es grau, damit erkennbar ist, dass die Automatik zuständig ist.
Übertragung. Baudrate, Datenbits, Parität und Stoppbits, geschrieben als 9600,8,N,1. Diese Vorgabe passt für nahezu alle Handscanner. Passen Sie sie nur an, wenn das Handbuch des Geräts etwas anderes angibt oder der Test unlesbare Zeichen liefert.
Zeilenende. Das Zeichen, mit dem der Scanner einen Code abschließt. Übliche Vorgabe ist CR (Wagenrücklauf). Steht hier keines, gilt ein Code als vollständig, sobald eine kurze Zeit lang nichts mehr nachkommt – das funktioniert, ist aber die unsicherste Variante und sollte die Ausnahme bleiben.
Zeichensatz. Wie Umlaute und Sonderzeichen zu deuten sind. Windows-1252 ist die Vorgabe und richtig für praktisch alle Geräte. UTF-8 nur wählen, wenn der Test zeigt, dass Umlaute sonst als zwei Zeichen ankommen.
DTR/RTS setzen. Zwei Steuerleitungen der seriellen Schnittstelle. Viele Scanner sehen darin ihre Sendefreigabe und schweigen, solange sie nicht gesetzt sind; manche beziehen darüber sogar ihren Strom. Im Zweifel eingeschaltet lassen.
AIM-Kennung abschneiden. Manche Scanner stellen dem Code drei Zeichen voran, die die Codeart benennen, etwa ]d1 für Datamatrix. Diese Kennung gehört nie zum Inhalt und wird deshalb standardmäßig entfernt.
Der Button Scanner suchen nimmt Ihnen das Ausfüllen ab. Er arbeitet bewusst gründlicher als die Automatik im Hintergrund: er öffnet alle seriellen Schnittstellen des Rechners gleichzeitig und wartet darauf, dass eine davon etwas sendet. Das darf er, weil Sie davorstehen und bewusst scannen – die Hintergrundautomatik dagegen läuft unbeaufsichtigt und muss deshalb zurückhaltend bleiben.
Der Ablauf:
1.Button drücken. Im Ausgabefeld darunter steht, welche Schnittstellen geöffnet werden konnten und welche belegt sind.
2.Einen beliebigen Barcode scannen, zum Beispiel von einem Probenetikett oder einer Packung.
3.Die erste Schnittstelle, auf der etwas Lesbares ankommt, gewinnt. Betriebsart, Anschluss und Übertragung werden ausgefüllt, und der gelesene Code wird im Klartext angezeigt – prüfen Sie kurz, ob er zu dem passt, was Sie gescannt haben.
4.Mit OK schließen. Erst dann werden die Werte gespeichert.
Kommen auf einer Schnittstelle unlesbare Zeichen an, stimmt meist die Baudrate nicht. Der Assistent probiert dann auf genau dieser Schnittstelle die nächste übliche Baudrate und bittet Sie, noch einmal zu scannen. Der Button heißt während der Suche Suche abbrechen und beendet sie jederzeit; spätestens nach einer Minute hört sie von selbst auf, damit die Schnittstellen nicht unnötig lange belegt bleiben.
Findet die Suche nichts, ist die mit Abstand häufigste Ursache, dass der Scanner noch im Tastaturmodus arbeitet – also die beiden Schritte im Abschnitt Was Sie am Scanner tun müssen noch offen sind. Das ist kein Fehler des Programms und auch kein Grund zur Sorge: der Tastaturmodus funktioniert weiter.
Der Button Scanner testen öffnet die eingestellte Schnittstelle mit den gerade eingetippten Werten – nicht mit den zuletzt gespeicherten. Sie können also etwas ausprobieren, ohne es vorher zu speichern.
Jeder ankommende Block wird unverändert angezeigt, mit seiner Länge in Byte und mit sichtbar gemachten Steuerzeichen: <CR> für den Wagenrücklauf, <LF> für den Zeilenvorschub, <TAB> für den Tabulator. Darunter steht, welchen Code das Programm daraus macht. Damit sind Zeilenende und Zeichensatz in einer Minute geklärt statt in zwanzig:
•Endet der Block mit <CR><LF>, aber es steht CR eingestellt, dann stellen Sie das Zeilenende auf CRLF um.
•Kommen statt Klartext wirre Zeichen an, stimmt die Baudrate nicht.
•Kommen Umlaute als zwei Zeichen an, ist der Zeichensatz falsch.
•Kommt gar nichts an, obwohl der Scanner piept, versuchen Sie es mit eingeschaltetem DTR/RTS setzen.
Der Button heißt während des Tests Test beenden. Solange ein Test oder eine Suche läuft, ist die Schnittstelle von diesem Dialog belegt; mit OK oder Abbruch wird sie wieder freigegeben.
„ist von einem anderen Programm belegt“. Eine serielle Schnittstelle kann immer nur ein Programm zur Zeit benutzen. Schließen Sie die andere Anwendung, oder prüfen Sie, ob eine zweite Sitzung dieses Programms auf demselben Rechner läuft.
„ist nicht vorhanden“. Der eingetragene Port existiert gerade nicht, meist weil der Scanner abgezogen wurde oder eine andere COM-Nummer bekommen hat. Der Eintrag bleibt trotzdem stehen und wird nicht stillschweigend gelöscht.
Der Scan kommt doppelt an. Der Scanner steht dann noch im Tastaturmodus und sendet seriell. Stellen Sie ihn mit dem Konfigurationsbarcode eindeutig auf eine der beiden Betriebsarten.
In jedem dieser Fälle bleibt der Tastaturmodus benutzbar. Sie können also weiterarbeiten und die Einrichtung später in Ruhe zu Ende bringen.