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In der medizinischen Dokumentation sind viele Datumsangaben nicht tagesgenau bekannt: Ein Patient weiß oft nur noch, dass eine Therapie im Juli 2026 begann, oder dass die Erstdiagnose im Jahr 2026 gestellt wurde. RheDAT erlaubt deshalb in vielen Datumsfeldern sogenannte Fuzzy Dates, also bewusst unscharfe Datumsangaben in drei Genauigkeitsstufen:
• tagesgenau: 16.7.2026
• monatsgenau: 7.2026
• jahresgenau: 2026
Anzeige ehrlich: Angezeigt und gespeichert wird exakt das, was eingegeben wurde. RheDAT erfindet keinen Tag und keinen Monat hinzu. Aus der Eingabe 7.2026 wird in der Akte also nie ein scheinbar tagesgenaues 15.07.2026, die Angabe bleibt sichtbar unscharf.
Berechnung maximal genau: Für Berechnungen (Zeitabstände, Alter, Score-Formeln, Plausibilitätsprüfungen, Exporte) benötigt das Programm dennoch einen konkreten Rechen-Tag. Dafür verwendet RheDAT den Wert, der den zu erwartenden Fehler so klein wie möglich hält: die Mitte des möglichen Zeitraums.
Beim Erfassen wird die Eingabe in eine Zeitspanne mit Unter- und Obergrenze übersetzt:
7.2026 -> Untergrenze 01.07.2026, Obergrenze 31.07.2026 (monatsgenau)
2026 -> Untergrenze 01.01.2026, Obergrenze 31.12.2026 (jahresgenau)
Aus der Spanne wird der Rechen-Tag als Mittelwert gebildet:
Rechenwert = (Untergrenze + Obergrenze) / 2
Umfasst die Spanne eine gerade Anzahl von Tagen, liegt die Mitte zwischen zwei Tagen. Der halbe Tag wird intern als Uhrzeit 12:00 abgelegt, bei Anzeige und Export zählt nur der Tagesanteil.
Eingabe |
Zeitspanne |
Mitte |
Rechen-Tag |
|---|---|---|---|
7.2026 (Monat mit 31 Tagen) |
01.07. bis 31.07. |
(1 + 31) / 2 = 16 |
16.07.2026 |
6.2026 (Monat mit 30 Tagen) |
01.06. bis 30.06. |
15,5 (12:00 Uhr) |
15.06.2026 |
2.2026 (Februar, 28 Tage) |
01.02. bis 28.02. |
14,5 (12:00 Uhr) |
14.02.2026 |
2026 (kein Schaltjahr) |
01.01. bis 31.12. |
01.01. + 182 Tage |
02.07.2026 |
2024 (Schaltjahr) |
01.01. bis 31.12. |
01.01. + 182,5 Tage |
01.07.2024 |
Der Rechen-Tag wandert also je nach Monatslänge (14., 15. oder 16. des Monats) beziehungsweise je nach Schaltjahr (1.7. oder 2.7. des Jahres). Das ist kein Fehler, sondern die Folge der Mittenbildung: Die Mitte des tatsächlich möglichen Zeitraums ist der Schätzwert mit dem kleinsten maximalen Fehler.
• Berechnungen: Alter, Krankheitsdauer, Zeitabstände zwischen Visiten sowie Formeln und Scores rechnen mit dem Rechen-Tag.
• Exporte: Register-Exporte (z.B. RABBIT) übertragen das Rechen-Datum zusammen mit einem Genauigkeitskennzeichen (T = tagesgenau, M = monatsgenau, J = jahresgenau). Die Gegenstelle erkennt damit, wie genau die ursprüngliche Angabe war.
• Medikationshistorie: Für die Sortierung und die Prüfung von Therapie-Überlappungen werden je nach Fragestellung auch Unter- und Obergrenze der Spanne herangezogen (Therapiebeginn = Untergrenze, Therapieende = Obergrenze), damit unscharfe Angaben keine falschen Lücken oder Überschneidungen erzeugen.